dresdner beiträge zur soziologie

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Band 1:

Die Flut. Diskursanalysen zum
Dresdner Hochwasser im August 2002
(Hrsg. Dominik Schrage)
128 S., 12,50 EUR
ISBN 3-86582-172-3
Münster 2005

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Rezensionen:

Ästhetik & Kommunikation,
Heft 134, S. 118-120 (Hanna Werner).

Forum Qualitative Sozialforschung
Volume 8, No. 2, Mai 2007 (Annika Mattissek)
(zum Volltext).

Die Zielsetzung dieses Bandes ist weder eine Rekonstruktion der Flutereignisse oder die Frage nach den Ursachen des Hochwassers, noch die Aufdeckung von Versäumnissen bei der Prognose des Unwetters oder ein Beitrag zur Verbesserung des Katastrophenschutzes. Vielmehr stand am Beginn unserer Beschäftigung mit der Flut vom August 2002 die Frage nach der soziologischen Bedeutung eines derart einschneidenden Ereignisses: Was kann man über Gesellschaft erfahren, wenn man nicht ihr "normales" Funktionieren betrachtet, sondern eine extreme Ausnahmesituation, um die es sich bei der Flut zweifellos gehandelt hat? Die Medienberichterstattung kann dabei selbst als ein wesentlicher Aspekt dieser Ausnahmesituation angesehen werden. Die in ihr zum Ausdruck kommenden Deutungsmuster der Flutereignisse sind der Ausgangspunkt der in diesem Band versammelten Diskursanalysen.

Inhalt:

Siglenverzeichnis    (S. 6)

Vorwort    (S. 7)

Dominik Schrage
Einleitung: Zur Diskursanalyse einer sozialen Ausnahmesituation     (S. 9)

Rico Hauswald
Das totale Thema: Die Flut und der diskursive Ausnahmezustand     (S. 33)

Dominique Gelf
"Ist der liebe Gott vielleicht ein Sozialdemokrat?"
Die Elbe-Flut in der Wahlkampfberichterstattung zur Bundestagswahl 2002     (S. 61)

Gunther Gebhard/Steffen Schröter
Eins zu eins ist jetzt vorbei
Aspekte der gesellschaftlichen Natur der Natur: eine Diskursanalyse     (S. 81)



(aus dem Vorwort:)

Die in diesem Band versammelten Beiträge sind im Rahmen des Forschungsseminars "Die Flut - Diskursanalysen" entstanden, das ich im Sommersemester 2004 und im Wintersemester 2004-05 am Institut für Soziologie der TU Dresden angeboten habe.
Bei der Planung und Herstellung dieses Bandes stand nicht nur die Darstellung der Ergebnisse sowie der in der Einleitung erläuterten methodischen und thematischen Konzeption des Forschungsprojekts im Zentrum, sondern ebenso die Ausarbeitung der Forschungsberichte zu publikationsreifen Aufsätzen - eingeschlossen die vielen damit einhergehenden formalen und systematischen Gesichtspunkte der Buchherstellung. Da die studentischen Projektgruppen, die aus einem bis vier Teilnehmern bestanden, von vornherein recht eigenständige Forschungsfragen entwickelt hatten und auch in der Durchführung der Forschungen selbständig agierten, konnte das Ziel nicht darin bestehen, die einzelnen Beiträge nachträglich auf ein übergreifendes Schema festzulegen. Sinnvoller erschien es statt dessen, von den einzelnen Fragestellungen auszugehen und diese als nebeneinander stehende, gleichsam perspektivische Erschließungen des gemeinsamen Gegenstandes zu begreifen. Vielfältige Berührungspunkte, Verweise, Ergänzungen zwischen den Beiträgen ergaben sich dann zwanglos, nicht zuletzt aufgrund der Diskussion der verschiedenen Fassungen der Beiträge im Seminar.
Hinzu kommt, daß das Forschungsprojekt - sowohl was den Gegenstand (die Flut als eine soziale Ausnahmesituation) als auch was die methodische Perspektive anbetrifft (die Diskursanalyse) - nicht unmittelbar an bestehende Forschungen anknüpfen konnte (vgl. die Ausführungen in der Einleitung). Oftmals mußten Aspekte aus Vorarbeiten eher selektiv an die Bedürfnisse der Fragestellung angepaßt werden. Gerade dies könnte die Beiträge dieses Bandes für Außenstehende interessant machen: Die Anwendung der diskursanalytischen Perspektive auf eine soziale Ausnahmesituation - wie es die Flut im August 2002 für Dresden zweifellos darstellte - ist ein meiner Kenntnis nach bislang noch nicht gegangener Forschungsweg.

Dominik Schrage